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Ich heiße Sandra Neubert und bin 37 Jahre alt.
Durch den Alltag begleitet mich meine 3-jährige Assistenzhündin Amy.

Da ich an Narkolepsie (auch Schlafkrankheit genannt) erkrankt bin, schlafe ich oft ungewollt, ohne Vorwarnung und bei allen möglichen Dingen ein.
Ich bin dabei schon im Schlaf auf Straßen gelaufen oder beklaut worden, bevor ich Amy hatte.
Außerdem habe ich, ausgelöst durch sexuellen Missbrauch in der Kindheit, eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (Trauma) festgestellt.
Dies äußert sich unter anderem durch starke Ängste mit Panikattacken und Dissoziationen.
Mir ist es deshalb nicht mehr möglich, alleine aus dem Haus zu gehen.

Meine Assistenzhündin hält mich wach und weckt mich bevor ich einschlafe.
Neben weiteren Hilfsleistungen zeigt sie mir Panikattacken an und gibt Sicherheit.
Mit einem Maulkorb könnte sie dies nicht tun.

Aufgrund meiner Erkrankungen bin ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.
Die Folgen der Erkrankungen und Straftaten führten dazu, dass ich nicht mehr arbeiten kann.
Es wäre für mich eine große finanzielle Belastung und unfair, gegenüber gesunden die keinen Assistenzhund brauchen, wenn ich für meinen Assistenzhund die Fahrt mit der DB zahlen müsste.
Ich könnte nicht mehr mit der Bahn fahren, da ich auf meinen Assistenzhund angewiesen bin, und das unter diesen Umständen nicht möglich ist.
Ich wünsche mir, dass die sich das bald ändert und ich bald mit meiner Amy ohne Probleme reisen kann.

Deshalb möchten wir uns mit einem Anliegen an Sie wenden, das aktuell täglich viele Assistenzhund-halter beschäftigt – Das Reisen mit der Deutschen Bahn in Begleitung eines Assistenzhundes.

So ein Hund erhält eine besondere Ausbildung, die darauf abgestimmt wurde, was der Besitzer an Hilfe braucht.
Er bemerkt zum Beispiel Unterzuckerung, epileptische Anfälle, Panikattacken etc. und das kann lebensnotwendig sein.
Ein Assistenzhund hilft seinem Menschen, der im Alltag durch seine Behinderung belastet und eingeschränkt ist.
Er ist deshalb wie ein Rollstuhl oder Hörgerät ein Hilfsmittel.
Daraus ergibt sich, dass der Assistenzhund-Halter jederzeit seinen Hund bei sich haben muss.
Viele Assistenzhunde sind darauf trainiert, ihre Schnauze zum Erfüllen ihrer Aufgaben zu nutzen.
So warnen einige zum Beispiel durch das Stupsen mit ihrer Nase oder das abschlecken vor unterschiedlichen Anfällen; bringen ihren Haltern, wenn es nötig ist, die Medikamente oder heben Dinge vom Boden auf.
Durch das Tragen eines Maulkorbs können sie solche Aufgaben nicht mehr erledigen, was im schlimmsten Fall das Leben des Halters gefährden kann.
Für eine kostenlose Mitnahme ohne Maulkorb braucht ein Hundebesitzer, laut den Bestimmungen der DB, einen gültigen Schwerbehinderten-Ausweis mit dem Merkzeichen B (Begleitperson).
Diese Regelung ermöglicht es, wenn man das Merkzeichen B besitzt, dann auch einen Familienhund kostenlos und ohne Maulkorb in einem Zug der DB mitzunehmen.
Dies ist für viele chronisch kranke oder behinderte Menschen leider ein großes Problem, denn so ein Ausweis wird nicht jedem ausgestellt der diesen bräuchte…
Zum Beispiel bei erwachsenen Diabetikern oder psychisch kranken.
Diese Menschen müssen oft Jahrelang für ihr Recht gerichtlich kämpfen.
Das bedeutet, das ihr ausgebildeter Assistenzhund eine Fahrkarte braucht und einen Maulkorb tragen muss – auch wenn der Halter durch eine ärztliche Bestätigung bescheinigen kann, dass er auf die Hilfe seines Hundes angewiesen ist.
Es gibt in Deutschland leider noch kein Assistenzhunde-Gesetz.
Deshalb ist das eine Bestätigung vom Arzt die beste Möglichkeit, um zu beweisen das man den Hund braucht.
Eine barrierefreie Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass allen Menschen, auch Personen mit verschiedensten Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, selbstbestimmt ohne Einschränkungen am sozialen Leben teilnehmen können.
Es ist daher eine klare Diskriminierung, für den trainierten Hund eine Fahrkarte kaufen oder den Maulkorb aufsetzen zu müssen, wenn ein ärztliches Attest vorhanden ist.
Wir fordern die Deutsche Bahn auf, die Mitnahme sämtlicher medizinisch notwendiger Assistenzhunde ohne Maulkorb und ohne die Entstehung zusätzlicher Kosten zu ermöglichen und dementsprechend ihre Ausführungen in den AGBs zu ergänzen.

Bitte unterschreibt und teilt diese Petition, damit wir endlich eine gleichberechtigte Behandlung aller Assistenzhunde erreichen können.
Damit zukünftig alle darauf angewiesenen Personen ohne besondere Belastungen reisen können!