Ergänzungen zu § 10 SGB I

Ausführungen:

§ 10 Nr.1,4,5 SGB I legt beispielsweise fest, dass Menschen, die körperlich, geistig, oder seelisch behindert sind oder denen eine solche Behinderung droht, unabhängig von der Ursache der Behinderung ein Recht auf Hilfe zur Förderung ihrer Selbstbestimmung und gleichberechtigten Teilhabe haben, wenn diese Hilfe notwendig ist, um
1. die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern oder
(…)
4. ihre Entwicklung zu fördern und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und eine möglichst selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern oder
5. Benachteiligungen aufgrund der Behinderung entgegen zu wirken.
Alle Fälle für die ein Assistenzhund seinen Einsatz findet sind Krankheiten welche (deutlich) länger als sechs Monate bestehen. Somit handelt es sich in allen Fällen um Behinderungen. Der Narkolepsie- oder Epilepsiepatient kann aufgrund seiner Anfälle nicht mehr alleine reisen ohne irgendwo zu stranden, der Psychisch Erkrankte mit der Panikstörung der das Haus nicht mehr verlassen kann oder durch eine Dissoziation nicht mehr weiß wo er sich befindet. Für die anderen Einsatzgebiete gilt ähnliches. Daher ist die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe in allen Gebieten für die ein Assistenzhund zum Einsatz kommt eingeschränkt. Der Assistenzhund kann diese Anfälle rechtzeitig anzeigen und so vorwarnen und gibt so die Möglichkeit dem Anfall vorzubeugen. Sollte es dennoch zu einem Anfall kommen, holt er Hilfe, hilft z.B. durch Körperkontakt bei der Beendigung des Zustandes oder gibt Sicherheit. Er kann zudem durch Spielaufforderung, Kommunikation und Körperberührungen auslösende Situationen entspannen. Somit kann der Assistenzhund diese Einschränkungen mildern und so die Selbstständigkeit und gleichberechtigte Teilhabe fördern. Es gibt mitunter keine einfacheren Mittel, um ein gleiches Maß an Entwicklungsförderung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an einer selbstständigen und selbstbestimmten Lebensführung zu ermöglichen, die Folgen der Behinderung zu mindern oder Benachteiligungen entgegenzuwirken. Folglich ist diese Hilfe für die genannten Zwecke notwendig.

 

Gesetzestext:

§ 10 SGB I
Teilhabe behinderter Menschen
Menschen, die körperlich, geistig oder seelisch behindert sind oder denen eine solche Behinderung droht, haben unabhängig von der Ursache der Behinderung zur Förderung ihrer Selbstbestimmung und gleichberechtigten Teilhabe ein Recht auf Hilfe, die notwendig ist, um
1. die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern,
2. Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten sowie den vorzeitigen Bezug von Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern,
3. ihnen einen ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Platz im Arbeitsleben zu sichern,
4. ihre Entwicklung zu fördern und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern sowie
5. Benachteiligungen auf Grund der Behinderung entgegenzuwirken.

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